Das Leben ist ein Karussell

September 21st, 2014

Karussel

Schön, dass sich die Kleinen in Zeiten, in denen schon der Füllstand der Zahnpastatube von einer App überwacht wird, sich noch immer wie vor 300 Jahren an einem Karussell erfreuen. Einfach in einem Feuerwehrwagen sitzen, die Glocke betätigen und im Kreis fahren. As simple as that. Echtes Leben.

Der erfahrenen Pädagoge verkennt aber nicht die erzieherischen Fallstricke, die in einem Kirmesbesuch stecken. Schwäche oder Inkonsequenz sind hier Fehl am Platz. Gleich zu Beginn mache ich meinen zwei Rackern unmissverständlich klar: “Ihr fahrt jetzt solange ihr wollt Karussell und dann ist Schluss!”.

Klappt eigentlich immer, wenn sie danach soviel Süßigkeiten bekommen wie sie wollen. Als Vater muss man sich nur erziehen lassen können!

Es geht wieder los

August 17th, 2014

baustellelangsam

Langsam geht es wieder los hier…

Der Ernst des Lebens

September 17th, 2012

 

Notarzt David

Man kann heutzutage nicht früh genug mit der Ausbildung der Kleinen anfangen. Gerade Sonja und ich als nicht mehr ganz taufrische (ich zumindest) Eltern, stecken eine Menge in Davids medizinische Ausbildung. Natürlich mit der Hoffnung auf eine fachgerechte Betreuung im Alter. Christian ist nicht immer sofort von den Untersuchungsmethoden seines Bruders überzeugt.

David besucht jetzt auch schon für zwei Vormittage den Kindergarten. Das ist natürlich ein äußerst emotionaler und schwieriger Moment; nicht für David, sondern für seine Mutter. Start ist um 09.00 Uhr. Also 6.30 Uhr aufstehen, 2 Stunden 28 Minuten zum Anziehen und zwei Minuten Hatz zum Kindergarten.

Für David ist der Kindergarten vor allem ein großer Haufen Spielzeug und einige andere Kinder die sich (unberechtigterweise natürlich) auch Hoffnung machen, damit spielen zu dürfen. Die Erzieherinnen haben den Laden aber weitgehend im Griff, ohne Disziplinargewalt und Absicherung durch Spezialkräfte würde ich mir das bei manchen Kindern nicht zutrauen…

Noch rauer geht es aber dann später im Fussballverein zu. Als ich heute am Stadion vorbei lief, musste ein leicht adipöser armer Junge (circa 6 Jahre) mit rotem Gesicht gerade Liegestützen machen weil er zu spät geschossen hatte.

Wenn er aber mal älter wird, passiert das bei der Bundeswehr nicht mehr. Solche Maßnahmen finden sich im Bericht des Wehrbeauftragten und sind verboten.

Bis dahin muss aber jeder erstmal den Kindergarten und die Fussballschule überleben…

Competitive

Juli 8th, 2012

Dicker Fisch2

Konkurrenzfähig, ehrgeizig und leistungsbereit ist die junge Generation. Unsereiner trielte in seiner Kindheit nur rum, pobelte in der Nase und schlug Insekten und die Zeit tot. Heute lernen die Kleinen schon im Kinderwagen die dritte Fremdsprache und wenn die Hochleistungshirne mal Pause brauchen, chillen sie megacool rum. Kindererziehung wird so für die ungebildeten und leistungsschwachen Eltern, so wie Du und ich, zur Herausforderung.

Mein zweitjüngster Sohn David hat mich mit seinen 2,5 Jahren schon längst überholt. Als ich in der Sandkiste mit Sand mühsam ein Rädchen in Bewegung setzte, hatte er nur ein müdes „andersrum“ für seinen senilen Vater übrig. Er hatte natürlich recht und das Rad drehte sich dann viel schneller. Auch die lasche Bezeichnung von Tieren, die in meiner Generation so  gang und gäbe ist, mag er ja überhaupt nicht. Solche Nachlässigkeiten kann man auch in einer globalisierten und leistungsorientierten Welt nicht zulassen. Wenn man ihm stolz das bunte Schwein in die Badewanne reicht, kommt sofort ein belehrendes „Elefant!“. Er kennt den Unterschied zwischen Hahn und Henne, zwischen Schwalbe und Elster und erkennt seine Lieblingskräuter. Für mich reichte schon immer eine grobe Klassifizierung. Schöne Blume, gefährliches Insekt und großer Baum. Die exakte biologische Klassifizierung ist was für Experten und Klugscheißer. Das ist das Freiheitsgefühl der 70er und 80er Jahre. Aber wir waren noch Fußballweltmeister! Das zählte und nicht theoretisches Fachwissen!

Mit meinen rudimentären Kenntnissen überlebe ich wohl kaum die Hausaufgaben in der zweiten Klasse und ein strebsamer Inder in Mumbai hängt mein Söhnchen locker ab. Kann man halt nichts machen. Ich hatte andere Sorgen in der Jugend als zu lernen. Ich konnte tausende Stunden ruhig und mit coolem Gesichtsausdruck mit einem Bierchen in der Hand in einer Disco auf die Anmache eines Mädchen warten (die warteten übrigens auch, ein System, das zum Scheitern verurteilt war). Da war keine Zeit für japanische Vokabeln, ein „Tierarten-App“ oder Lehrbuch. Sorry.

Jetzt versuche ich nur meinem kleinen Christian, zwei Tage alt, die Flasche richtig zu geben und die Windeln ordnungsgemäß zu wechseln. Er schaut dann immer mit großen Augen auf seinen allwissenden, übermächtigen und tollen Vater.

Wenn er wüsste…

Abifeier

Januar 28th, 2012

 

25 Jahre

25 Jahre ist es jetzt schon her, dass der Abijahrgang 1987 unter geringem, aber regelmäßigen Einfluss von Drogen seinen Abschluss feiern konnte. Zeit sich mal wieder zu treffen und alte Geschichten auszupacken. Immer noch genial und im “Abpfiff” beschrieben finde ich die Verleihung des “Messfehlers am Band” für den Physiklehrer für die ungenaueste Berechnung (6500% Messfehler) einer Naturkonstanten. Sollte man eigentlich noch einmal versuchen nachzumachen. Das wird nicht einfach sein, da muss einfach alles schiefgehen!

Hier gehts zur Abiseite:

Virtual reality

Januar 21st, 2012

Ich glaube mal, dass zweijährige Kinder sich überhaupt nicht wundern würden, wenn ein mannshoher Hamster einen Traktor fahren würde und danach mit einem gleichgroßen Kaninchen mit Baseballkappe ein Picknick bei uns im Garten veranstalten würde. Kinderbücher gehen hier sehr oberflächlich mit der Realität um. Eigentlich verarsche ich ja beim Vorlesen dieser abstrusen Geschichten meinen Kleinen ein ums andere Mal.

Aber das bereitet ihn grundsätzlich ja schon auf die Realität vor.

Meine kleinen Mozartkugeln…

Dezember 19th, 2011

dicker-fisch2.jpg

Jetzt hat ja schon Westernhagen ein Lied auf unsere horizontal benachteiligten Persönlichkeiten geschrieben. Eigentlich ist dem ja nichts hinzuzufügen…

Es ist aber schon unheimlich nervtötend, wenn solche Spasskugeln im Schwimmbad ihren Anker werfen. Schwimmen nennen sie das, Baden wäre eine noch zu dynamische Beschreibung für das reglose Verharren kurz über der Wasseroberfläche. Nur bei weiblichen Personen bewegen sich wenigstens noch die Lippen.

Meistens handelt es sich hierbei um einen Vertreter der etwas älteren Generation. Rentner, die speziell zum Einkaufen den Freitagabend auswählen. Die sich im Supermarkt einfach locker vordrängeln, um dann noch vorwurfsvoll nach hinten zu schauen. Ganz nach dem Motto, warum sind die überhaupt auf der Welt. Warum musste ich mich in meinem Alter noch an so einer langen Schlange vordrängeln? Anderes Thema, zurück ins Wasser…

Will man hier einfach seine Bahnen schwimmen, und nur den Anteil des Beckens für sich beanspruchen den alleine der durchschnittliche Unterarm eines der leblos im Wasser stehenden menschlichen Bojen für sich benötigt, dann wird auch noch gestänkert. Irre fand ich den Kommentar: “Ich musste immer ausweichen, Sie sind rücksichtslos”. Ausweichen erfordert ja per se schon eine absichtliche Bewegung. Ein absurder Gedanke, da schon eine aufgequollene Wasserleiche eine deutlich größere Spritzigkeit aufweist. Was bleibt einem schüchternen, netten Jungen anderes übrig, als zu sagen: “Noch ein Spruch und ich mach Dich Opfer! Ich lass die Luft aus allen Schwimmreifen! Wie, Du hast keine? Dann blog ich Dich!”. Soll mal sehen…

Früher war mehr Lametta

Dezember 4th, 2011

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Advent, Advent ein Bäumchen brennt. Langsam wird es ja wieder Zeit, sich über einen Weihnachtsbaum Gedanken zu machen. Soll er eher Barock mit 5 Kilo Lametta und rosa Porzellanengelchen sein oder im Bauhausstil mit einer grauen Kugel und im Betonfundament? Für den robusten Geschmack gibt es ja auch Plastikbäume die so täuschend echt sind, dass sie sogar ihre Plastiknadeln abwerfen!

Als Minimalist und Kenner der “David-Regel” (alles was kaputt gehen kann, wird auch kaputt gemacht), fand ich die Idee eines Weihnachtsbaums aus der Dose nett. 

Erziehung

Oktober 23rd, 2011

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So ein kleines Baby, jetzt quasi schon Kleinkind, kommt ja leider ohne Gebrauchsanweisung und ohne ein aufgespieltes Erziehungsprogramm auf die Welt. Das muss man dann offensichtlich mühselig selbst machen.

David ist im Umgang mit Erwachsenen (er zählt offenbar Sonja und mich nicht dazu) sehr lieb und brav. Bei seiner Taufe war ein Vorbild für die Konfirmanden. Im Umgang mit Gleichaltrigen benötigen seine Begrüßungsriten noch einen gewissen Feinschliff. Man drückt nunmal sanft die Hand und man beisst nicht herzhaft in die Fingerchen seines Gegenübers. Kleinigkeiten zwar, machen aber Ärger.

Vielleicht sind wir ja aber viel zu kleingeistig und spießig und David wird demnächst von einer Findungskommission als Reinkarnation eines hochrangigen Heiligen gekürt und dann könnte er einfach mehr Respekt von seinen Untertanen erwarten und sein Handeln wäre nachvollziehbar und korrekt. Jeder sollte froh sein, von ihm gebissen zu werden, aber erkläre das mal einem unreifen Zweijährigen…

Wenn nicht, dann müssen wir halt erziehen und wir besichtigen das Lama einfach im Zoo. Geht auch.

Liebe Gartenfreunde

August 14th, 2011

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Langsam wird es wieder Zeit, den Garten nach der Regenzeit für den kommenden Winter vorzubereiten. Also, den Reis abernten (alte Chinesische Weisheit: Steht im Januar das Korn, ist es wohl vergessen worn), die Blumenkübel auswringen und angeschwemmtes Treibgut entsorgen.

Insbesondere alle Schnecken sind aus dem Garten zu entfernen. Ein guter Tipp ist hier die “Bierfalle”. Die sollte natürlich nicht im eigenen Garten stehen, sondern beim Nachbarn. Die Falle lockt nämlich viel mehr Schnecken an, als dann auch wirklich reinfallen. Überzeugen Sie alle Nachbarn von der Falle und zeigen Sie sich beeindruckt von jeder einzelnen Schnecke die in der Falle sitzt. Werfen Sie ihre Schnecken zum Nachbarn, damit er sich über seine Falle freuen kann.

Eine klassische “Win – Win” Situation. Sogar die meisten Schnecken überleben.